Familienplanung gescheitert Dornier will einer der drei großen Hersteller von Regionalflugzeugen werden. Dazu entwickelt das Unternehmen eine Familie von Regionaljets, deren erster Sproß, die Do 728jet, 2002 in Dienst gehen soll. Als renommierter Launch-Customer wird die Lufthansa gewonnen. Doch das Milliarden schwere Entwicklungs- programm überanstrengt den kleinen Hersteller. In der Insolvenz findet sich kein einziger Investor, der weiteres Geld in das Programm einschießen möchte. Die hochfliegenden Pläne scheinen geplatzt. Für den wachsenden Markt von Regional- verbindungen gibt es nach der Pleite von Fokker kaum ein passendes Flugzeug: die existierenden Maschinen sind entweder zu durstig (Avro), von älteren Turboprops abgeleitet (Embraer) oder aufgepäppelte und gestreckte Businessjets (Canadair). So entscheidet sich Dornier, für dieses Segment eine vollkommen neue Familie von Regionaljets zu entwickeln. Die Do 728jet, die 928jet und die 528jet sind auf Mittelstrecken bis 3000 km Reichweite ausgelegt. Sie sollen den Passagieren durch eine geräumige Kabine angemessenen Flugkomfort bieten und wirtschaftlich zu betreiben sein. Das Konzept, 1998 in Berlin präsentiert, überzeugt die Airlines. Die Lufthansa wird Launch-Customer und ordert 60 Maschinen und weitere Optionen. Aber der kleine Hersteller hat sich mit dem Milliarden-Programm übernommen. Die Entwicklung verzögert sich. Ursprünglich sollten die ersten 728jet im Jahr 2002 an die Lufthansa geliefert werden, der 55sitzige 528jet Mitte 2002 in die Erprobung gehen und der 928jet, der 90 bis 95 Passagieren Platz bietet, im Sommer 2003 verfügbar sein. Mit der Insolvenz im Sommer 2002 platzen alle Hoffnungen. Besonders bitter: gerade die so hoffnungsvoll entwickelte neue Flugzeugfamilie schreckt alle Investoren ab. Bis Ende 2002 findet sich kein Käufer, der die Entwicklung weiterführen möchte. (zuletzt bearbeitet am 28. Dezember 2002) |