Alter Ruhm schützt vor Pleite nicht Die ruhmreiche Dornier steht vor dem Aus: Kein Investor will die insolvente Firma weiterführen - das Unternehmen wird zerschlagen. Damit geht auch der Traum in Stücke, jemals wieder eine beachtliche Flugzeugflotte unter der Marke Dornier am Himmel zu sehen. Um seinen Platz in den Annalen der Luftfahrtgeschichte braucht sich die Marke indessen kaum Sorgen zu machen: Dafür sorgt allein das zwölfmotorige Passagier-Flugboot Do-X, die wirtschaftlich betrachtet allerdings auch ein desaströser Fehlschlag war. Die Geschicke von Dornier sind sprunghaft verlaufen - und damit ganz typisch für die Entwicklung der deutschen Flugindustrie. Zum Ende des ersten Weltkriegs entwickelt der begnadete Ingenieur Claude Dornier das erste Metall-Flugboot. Trotz alliierter Auflagen und Verboten kann er in den zwanziger Jahren eine zunehmend prosperierende Produktion in Gang bringen. Die Boote hören auf die schönen Namen Delphin und Wal. Krönung und fast märchenhafte Präsentation des technisch Machbaren ist 1929 indessen die Do-X, das damals größte Passagierflugzeug überhaupt. Kaufen hat es in der beginnenden Wirtschaftskrise allerdings keiner mögen. Der Entwicklung von zunehmend ausgereifteren Flugbooten - vor allem für den Flugpostdienst - setzt der zweite Weltkrieg ein jähes Ende. Nach dem Krieg nimmt Dornier zwar beharrlich die ehemaligen Produktionsstätten wieder in Betrieb. In nennenswertem Umfang steigt das Unternehmen aber erst 1991 wieder in die Zivilluftfahrt ein. Allerdings scheitern die weitgesteckten Pläne, Dornier zu einem der drei großen Hersteller von Regionalflugzeugen zu machen. Der Mercedes-Benz-Konzern verliert schnell die Lust an seiner überaus teuren Erwerbung. Der Verkauf an die (kleinere) Fairchild und die bald folgende Übernahme durch ein Finanz- konsortium führen auch nicht zu der nötigen Masse, um die Milliardensummen für die komplett neue Jet-Familie Do-728 zu stemmen. Dabei hat es an Vorschußlorbeeren und einem der renommiertesten Launch-Customer nicht gefehlt: die Deutsche Lufthansa hat 60 der neuen Flieger bestellt. Nun wird sich die Airline anderswo umschauen müssen. (zuletzt bearbeitet am 27. Dezember 2002) |