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 Concorde
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Concorde                        

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Erstflug

Bauzeit

Produktion

2. März 1969

1973 - 1979

16

Strahltriebwerk + Nachbrenner

Schub

RR / Snecma Olympus 602

4 x  17.275 KP

Spannweite

Länge

Höhe

25,55 m

62,20 m

12,15 m

Reisegeschw.

Gipfelhöhe

Reichweite

2100 km/h

19.800 m

7200 km

Startgewicht

Besatzung

Passagiere

185.000 kg

3 + 3

100 - 128 (144)

“Ein Traum zum Fliegen”

Sie ist eines der bemerkenswertesten Flugzeuge am Himmel und bis zum heutigen Tag eine hoch extravagante Erscheinung: Die Concorde, das einzige Überschall- Verkehrsflugzeug, das im Liniendienst fliegt. Ihre makellose Bilanz wurde allerdings jäh bei einem tragischen Absturz im Juli 2000 zerstört. Seitdem wird ausgreifend die Frage diskutiert, ob der Überschallverkehrsflug im Allgemeinen oder zumindest die Concorde noch zeitgemäß sind. Für die Piloten des Überschalljets ist das indessen keine Frage. Sie sehen in dem eleganten, gestreckten Flugzeug ein Wunder der Technik und einen “Traum zum fliegen.”

 

Revolution der Passagierluftfahrt
Die Concorde gilt als ingenieuse Meisterleistung - und sie hatte volle Rückendeckung der Politik. Das Überschallflugzeug wurde in den 60er Jahren als europäische Antwort auf das amerikanische Mondflug-Programm verstanden. Die französischen Präsidenten Charles de Gaulle und George Pompidou sahen in der markanten Concorde Silhouette auch ein Zeichen für die Leistungsfähigkeit der “Grande Nation”. Das galt um so mehr, als die amerikanischen Hersteller ihre Pläne für einen Überschalljet vorzeitig aufgeben mußten.

Der Ruhm, das erste Überschall- Passagierflugzeug überhaupt zu sein, wurde der Concorde allerdings nicht zu teil. Hier war der sowjetische Hersteller Tupolew mit seiner Tu-144 um einige Monate schneller.

Eine lange Entwicklungsgeschichte
Zwanzig Jahre dauert es von der ersten Skizze bis zum Linieneinsatz. Mitte der 50er Jahre machten sich britische Ingenieure bei Bristol und französische Spezialisten bei Sud Aviation Gedanken über den Überschallpassagierflug.
Ein Regierungsabkommen zwischen Groß Britannien und Frankreich aus dem Jahre 1962 erlaubte dann ein ehrgeiziges - und sehr teures -  Entwicklungsprogramm. 1969 folgte der Erstflug. Im Januar 1976 begannen die planmäßigen Passagierflüge der mit doppelter Schallgeschwindigkeit fliegenden Concorde.

Herausforderungen für den Ingenieur
Die Concorde gilt zurecht als technischer Meilenstein. Denn die Ingenieure haben eine ganze Reihe von erheblichen Herausforderungen gemeistert.

Um schneller als der Schall fliegen zu können, benötigt die Concorde eine besondere Flügelform: die sogenannten Deltaflügel. Diese sind aber im Langsam-Flug - also bei Start und Landung - aerodynamisch ungünstig. Daher kann die Concorde nur mit Hilfe von Nachbrennern starten, die kurzfristig 20 Prozent mehr Schub bereitstellen.

Im Überschallflug erhitzt sich die Außenhaut eines Flugzeugs beträchtlich. Um die Zelle aus dem üblichen Leichtmetall herstellen zu können, wurde bei der Concorde die  Maximalgeschwindigkeit auf Mach 2,2 begrenzt. Bei dieser Geschwindigkeit erhitzt sich die Außenhaut auf 127 Grad Celsius. In den Tragflächen wirkt das Kerosin in den integrierten Tanks als Kühlblock. Durch die Reibungshitze gibt es aber immerhin keine Korrosion durch Feuchtigkeit.

Für den erheblichen Kerosinbedarf mußten die Ingenieure Platz finden. Sie verteilten daher die großen Tanks in den gesamten Flügelflächen und im Rumpf. Um die Flugeigenschaften nicht zu beeinträchtigen, wurde ein System installiert, mit dem das Kerosin während des Fluges in den Tanks wie gewünscht verteilt werden kann.

Die Concorde besitzt lange Fahrwerksbeine. Nur so kann verhindert werden, daß sie beim Start auf der Fahrbahn aufsetzt. Die teleskopartigen Fahrwerksbeine aber müssen erst verkürzt werden, damit sie eingeklappt im Rumpf Platz finden.

Schließlich die Reifen: Durch die plötzliche Beschleunigung und die hohe Startgeschwindigkeit von 400 km/h müssen sie extreme Belastungen aushalten. Daher werden die Reifen bereits nach 30 Landungen gewechselt. Zudem besitzt die Concorde ein Überwachungssystem für den Reifendruck.

Großes Sicherheitsprogramm
Sieben Jahre wurde sie geprüft und getestet: Kein Flugzeug hat jemals ein solches Qualifizierungsprogramm absolviert. Damit haben die französischen und britischen Ingenieure der Tatsache Rechnung getragen, daß es im Luftverkehr noch niemals eine Maschine gegeben hat, die der Concorde und ihren Leistungen annähernd ebenbürtig war. Beim Überschallflugzeug finden alle Abläufe nahezu doppelt so schnell statt, wie bei einem herkömmlichen Passagierflugzeug. Das gilt auch für Start und Landung.

In der Sicherheitsstatistik allerdings ist die Concorde nach dem Absturz sehr schlecht plaziert: Denn die Unfälle werden im Verhältnis zu den Flugzyklen berechnet - und die sind beim Überschalljet vergleichsweise gering.

Ohne Flugrechte kein Erfolg
Die wegweisende Technik hat indessen eines nicht verhindern können: die Concorde ist komerziell ein absoluter Flop. Ursprünglich sollten rund 200 Maschinen produziert werden. Anfang der 70er Jahre zeigten die Airlines auch reges Interesse an dem schnellen Flugzeug und bestellten rund 70 Optionen. Dann aber trat ein herber Sinneswandel ein, so daß schließlich nur die beiden staatlichen Airlines British Airways und Air France je eine kleine Flotte übernahmen.

Das geringe Interesse hatte verschiedene Ursachen: Zunächst störte der gewaltige Durst der Concorde. Für den schnellen Flug braucht sie vier mal soviel Kerosin wie ein normaler Jet. Wegen des hohen Verbrauchs ist auch die Reichweite des schnellen Vogels begrenzt. Zum Sprung über den Pazifik langt es nicht. Schließlich aber - und das war fast tödlich - verweigerten viele Länder eine Überfluggenehmigung im Überschall. Das mag am Fluglärm gelegen haben - doch dürften im Falle der USA auch nationale Eifersüchteleien eine Rolle gespielt haben. So verkehrt die Concorde heute nur über dem Atlantik: Von Paris und London nach Washington und New York.

Ein junges Flugzeug mit hohem Alter
Die Maschinen vom Typ Concorde sind heute 20 bis 25 Jahre alt. Das ist auf dem ersten Blick viel. Tatsächlich aber sind die Concordes noch jung.

Die eleganten Flugzeuge werden vergleichsweise wenig genutzt: die gesamte Flotte hat seit 1976 nur rund 80.000 volle Flugzyklen absolviert. Die angepeilte Lebensdauer einer einzige Concorde beträgt 24.000 Zyklen - oder 45.000 Flugstunden. Das älteste Modell hat gerade gut die Hälfte davon geleistet. Bei British Airways sind die Concordes rechnerisch nur 2,3 Stunden pro Tag in der Luft. Nach bisherigen Plänen soll die Concorde daher mindestens noch bis 2005 im Einsatz bleiben.

Ein faszinierendes Flaggschiff
Dennoch ist die Concorde bis heute  bei den beiden mit ihr operierenden Fluggesellschaften - British Airways und Air France - das ganz unbestrittene Flaggschiff der Luftflotte und zudem ein Imageträger ersten Ranges.

In nur vier Stunden von Europa an die amerikanische Ostküste zu fliegen ist auch eine bemerkenswerte Leistung. Viele Geschäftsleute schätzen die Geschwindigkeit, die ihnen ein Tagestrip über den Atlantik erlaubt. Und für die Größen von Mode und Showbiz, für die Models und die Modeschöpfer gehört der Überschallsprung ganz einfach dazu...

(zuletzt bearbeitet am 5. August 2000)

Concorde

Bei British Airways das Flaggschiff der Luftflotte und exponierter Imageträger: die Concorde, von der die Gesellschaft 7 Exemplare besitzt. Foto: British Airways

IM BLICKPUNKT:      

Futter für ein zweites Leben: Wird die Concorde bald wieder fliegen?
Schon im März könnte die Flugerprobung der verbesserten Concorde beginnen. Bis dahin wollen Air France und British Airways die Sicherheitsmängel des Überschallflugzeugs beseitigt haben. Die technische Nachrüstung betrifft vor allem die Treibstoffbehälter, die mit einem Futter aus Kevlar-Gummi-Verbund- werkstoff ausgekleidet werden. Dieses soll auch bei einer Beschädigung des Tanks verhindern, dass Kerosin in grossen Mengen austritt. Der Absturz der Concorde kurz nach dem Start im Juli 2000 war darauf zurückgeführt worden, dass die umherfliegenden Fetzen eines geplatzen Reifens den Treibstoff-Tank der Maschine beschädigt hatten. Das in grossen Mengen austretende Kerosin hatte sich darauf entzündet. Bei dem Unglück kamen 113 Menschen ums Leben. Seitdem müssen die Concordes aus Sicherheitsgründen am Boden bleiben.

(27. Februar 2001)

Concorde

Bei Start und Landung immer eine majestetische und elegante Erscheinung: die technisch wegweisende Concorde.                                            Foto: Trebosc

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(06/08/00)

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