Coronado CV-880 / CV-990 Schneller als die Konkurrenz sollte sie sein - so schnell, wie es im Unterschallbereich überhaupt möglich war. Mit diesem Konzept hoffte Convair mit seiner CV-880 die Wettbewerber, die 707 von Boeing und die DC-8 von Douglas, zu überflügeln. Hoffnungsvoll entstand ein aerodynamisch hervorragendes Flugzeug, das durch Auftritt und Erscheinung Charisma hatte. Es wurde gleichwohl zu einem der teuersten Fehlschläge in der zivilen Luftfahrt. Das im April 1956 annocierte Programm hörte sich gut an: schneller als die andern, aber dafür etwas weniger Platz. Delta Air Lines und TWA bestellten 40 Maschinen. Im Januar 1959 fand der Jungfernflug statt. Im Flugbetrieb stellte sich indessen schnell heraus, daß die Coronado vollkommen unwirtschaftlich war. Die Hochleistungstriebwerke - technisch eng verwandt mit denen der Phantom, jedoch ohne Nachbrenner - benötigten überaus viel Sprit. Kombiniert mit der gerinen Kapazität von 88 bis 100 Passagiere ergab das ziemlich abgehobene Betriebskosten. Die 1961 nachgeschobene Variante CV-990 bot zwar viele Verbesserungen, konnte jedoch das Grundübel nicht ändern: Der zu schmale Rumpf, der nur 5 Sitze je Reihe zuließ. Vor Erscheinen der Concorde war die Coronado der lauteste - und dreckigste - Jet am Himmel. Dennoch gab es treue Nutzer. Die spanische Spantax betrieb eine ganze Flotte und gewann damit - zumindest in Deutschland - einen ganz eigentümlich schattierten Ruf als Ferienfluggesellschaft. Insgesamt wurden nur 102 Coronado verkauft. Diese - heute vielleicht gebräuchlichste - Bezeichnung haben diese Flugzeuge übrigens von der Swissair erhalten. (zuletzt bearbeitet am 3. Oktober 1999 / L150100) |