Tupolew Tu-104 Im März 1956 landete ein ziviles Düsenflugzeug sowjetischer Bauart in London und brachte die westlichen Beobachter ins Grübeln. Denn zu jener Zeit hatte das erste zivile Düsenflugzeug der Welt, die Comet von DeHavilland, Startverbot und die amerikanische Dash-80 von Boeing war noch nicht über das Prototypenstadium hinausgekommen. Offenbar war die Sowjetunion mit ihrem Baumuster Tupolew Tu-104 also der einzige Hersteller strahlgetriebener Passagierflugzeuge. In den damaligen Zeiten des kalten Krieges war das ein klarer Propaganda-Sieg für Moskau. Die Tu-104 hatte im Juni 1955 ihren Jungfernflug absolviert und wurde im September 1956 von Aeroflot in Dienst gestellt. Sie bot 50, in späteren Ausführungen bis zu 100 Passagieren Platz. Technisch war die Tu-104 weitgehend mit dem Bomber Tu-16 identisch. Im Grunde hatten die Tupolew Ingenieure dem Bomber lediglich einen neuen, druckbelüfteten Rumpf spendiert. Die Strahltriebwerke von Mikulin dürften nicht sehr wirtschaftlich gewesen sein - aber dafür zeigte das Flugzeug hohe Zuverlässigkeit. Bis 1960 wurden rund 200 Maschinen gebaut, die bis 1981 von Aeroflot im Liniendienst eingesetzt wurden. (zuletzt bearbeitet am 9. November 1999) |